{"id":1545,"date":"2015-03-23T10:56:29","date_gmt":"2015-03-23T08:56:29","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p212945.webspaceconfig.de\/?p=1545"},"modified":"2015-03-23T10:57:02","modified_gmt":"2015-03-23T08:57:02","slug":"eine-kurzgeschichte-der-besonderen-art-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/Wiedau-Schule.de\/?p=1545","title":{"rendered":"Eine Kurzgeschichte der besonderen Art"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Das feuchte Grab<\/strong><\/p>\n<p><em>Der Auftrag im Rahmen des Deutschunterrichts in Jahrgang 10 war:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Suche dir im Duden einen Begriff aus und schreibe ihn auf. Z\u00e4hle nun weiter und notiere jeweils den zehnten Begriff, bis du zehn Begriffe aufgeschrieben hast.<br \/>\nDiese zehn Begriffe sollen in deinem Text ber\u00fccksichtigt werden und m\u00fcssen mindestens einmal vorkommen und durch Unterstreichung oder Markierung erkennbar werden. Solltest du beim Durchz\u00e4hlen auf einen Begriff kommen, der dir gar nichts sagt, darfst du den davorliegenden oder den folgenden Begriff verwenden und von dort aus weiterz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><strong>Die ausgew\u00e4hlten 10 Worte:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Nekrologium<\/li>\n<li>Nektarine<\/li>\n<li>Nelson (eng. Admiral)<\/li>\n<li>nennenswert<\/li>\n<li>Neodym (chem. Element; Metall)<\/li>\n<li>Neon<\/li>\n<li>Neoprenanzug<\/li>\n<li>Nephralgie (griech. med. Nierenleiden)<\/li>\n<li>Nerd<\/li>\n<li>Nerva (r\u00f6m. Kaiser)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJack!\u201c, schrie sie. Ihr Neoprenanzug war an den Armen zerrissen und aus den Fetzen die an den Beinen \u00fcbrig geblieben waren, quoll eine dunkle Fl\u00fcssigkeit.<br \/>\n\u201eJack!!\u201c, schrie sie noch einmal, dann kr\u00fcmmte sie sich pl\u00f6tzlich und fasste sich an den Bauch. Nephralgie, dachte er. Seit er Grace kannte, hatte sie dieses Nierenleiden gehabt.<br \/>\n\u201eSchei\u00dfe.\u201c Sein Blick wanderte zu Morpheus. Er lag reglos in der Ecke. War er tot? Nein. Wenn man genau hinsah, sah man, dass sich seine Brust leicht hob und senkte. Urpl\u00f6tzlich klatsche ihm etwas auf die Wange. Es war Grace, die ihm eine Ohrfeige verpasst hatte. In ihren Augen stand das pure Entsetzten.<br \/>\n\u201eSchei\u00dfe!\u201c, sagte er noch einmal. Nein. Er schrie es fast.<br \/>\nGrace hielt sich an seinen Schultern fest. Sie schwankte so sehr, dass er Angst hatte, sie w\u00fcrde im n\u00e4chsten Moment umfallen. Einfach umfallen und nicht wieder aufstehen. Allein bei dem Gedanken daran drehte sich ihm der Magen um.<br \/>\n\u201eWo ist das Nekrologium?\u201c Ihre Stimme war kaum zu h\u00f6ren.<br \/>\n\u201eJack. Was stand in diesem verdammten Buch?\u201c<br \/>\n\u201eN-Nichts! Zumindest nichts, was nennenswert gewesen w\u00e4re!\u201c, sagte er und zog Grace an den Armen hoch, weil sie drohte abzurutschen.<br \/>\n\u201eEs waren nur kleine, unbedeutende Leute f\u00fcr die sich niemand interessiert h\u00e4tte. Nelson liegt hier nirgendwo und Nerva haben wir schon in Rom lokalisiert.\u201c<br \/>\n\u201eAber irgendwas muss doch hier sein!\u201c Sie weinte und ihre Stimme \u00fcberschlug sich fast.<br \/>\nJack sah sich um. Suchte nach einem Ausweg. Nichts. War ja klar. Warum konnte auch keiner ihrer Auftr\u00e4ge so leicht sein, dass sie ihn einfach und schnell erledigen konnten und danach einfach wieder nach Hause fahren w\u00fcrden? War das denn zu viel verlangt?<br \/>\n\u201eJack.\u201c Ihre Stimme war kaum mehr als ein Fl\u00fcstern.<br \/>\n\u201eJack, mir ist kalt und ich habe Angst.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war noch fr\u00fch am Morgen gewesen, als sie der Anruf erreichte. Der Anrufer hatte genuschelt und ziemlich undeutlich geredet. Dennoch verstand Jack sofort, dass es sich um einen Notfall handelte.<br \/>\nAls er h\u00f6rte, dass es um das alte Kloster auf dem Galgenberg ging, war er sofort Feuer und Flamme. Sie waren schlie\u00dflich Geisterj\u00e4ger und je mehr Geister sie eliminierten, desto h\u00f6her war am Ende auch ihr Honorar.<br \/>\nDas Kloster in dem sie sich deshalb jetzt befanden war schon lange bekannt f\u00fcr seltsame und grauenerregende Sichtungen gewesen. Da waren zum Beispiel die Geh\u00e4ngten vor den schweren Toren, die mit geknickten H\u00e4lsen den Lebenden auflauerten. Oder auch die Cottonbr\u00fcder, die sich gegenseitig vor Jahrzehnten auf dem alten Klosterfriedhof erstochen hatten. Am grausamsten waren jedoch die Sichtungen, die von einem riesigen, wabernden Geist berichteten, dessen Haut wie Wachs von den Knochen tropfte. Dieser Geist war langsam, aber den Berichten zufolge konnte man auch schon lange vor seinem Erscheinen die B\u00f6sartigkeit sp\u00fcren, die von ihm ausging.<br \/>\nIn den Katakomben war alles ruhig geblieben. Sie hatten ein paar, desorientiert herumschwirrende Geister gesehen, aber dem Dicken waren sie nicht begegnet.<br \/>\n\u201eWer wei\u00df.\u201c, hatte Morpheus im Spa\u00df gesagt. \u201eGleich steht er hinter einer Ecke und bewirft uns mit B\u00fcchern.\u201c Er hatte Grace zugezwinkert, die sich Augen verdrehend einer schweren Holzt\u00fcr widmete, die sie zu \u00f6ffnen versuchte. Was niemand wusste: genau hinter jener besagten T\u00fcr lauerte der Geist und sollte sie von nun an durch die G\u00e4nge des alten Gem\u00e4uers jagen.<br \/>\nAber was war \u00fcberhaupt falsch gelaufen? Sie hatten sich doch genau \u00fcber die Heimsuchungen und das Kloster informiert. Morpheus selbst war wie ein Irrer hin und her gerannt, war zum St\u00e4dtischen Archiv gegangen und hing tagelang vor dem Computer, um so viel wie m\u00f6glich \u00fcber dieses verdammte Kloster zu erfahren. Dieser Nerd!<br \/>\n\u201eWarte hier.\u201c, sagte er zu Grace und setzte sie vorsichtig auf den nassen Boden. Einen Moment. Wieso zur H\u00f6lle war der Boden nass? T\u00e4uschte er sich vielleicht? Nein. Es war eindeutig. Von irgendwoher kam das Wasser in diesen Raum und verwandelte ihren Zufluchtsort in ein nasses Grab. Sie w\u00fcrden sich beeilen m\u00fcssen.<br \/>\n\u201eWo willst du hin?\u201c Ihr Blick war immer noch verschleiert, aber ihre Stimme klang wieder ein wenig fester.<br \/>\n\u201eIch muss zu Morpheus und zusehen, dass ich ihn hierher bekomme.\u201c<br \/>\nSie nickte blo\u00df stumm und schloss dann die Augen.<br \/>\nDie Neonlampen an der Decke warfen schaurige Schatten an die kalten W\u00e4nde, w\u00e4hrend Jack sich vorsichtig auf Morpheus zubewegte.<br \/>\n\u201eHee. Morpheus!\u201c Er sch\u00fcttelte ihn sanft.<br \/>\nMorpheus \u00f6ffnete ein Auge, schloss es wieder und grummelte irgendetwas von Nektarinen.<br \/>\n\u201eWas ist los, Kumpel?\u201c<br \/>\n\u201eIch bring sie nochmal um. Als sie vorhin gestolpert ist, ist ihre Tasche mit den Nektarinen ausgekippt und ich bin auf einer ausgerutscht und habe mir den Kopf angeschlagen.\u201c<br \/>\n\u201eDas hei\u00dft, du warst die ganze Zeit wach?\u201c Jack war entr\u00fcstet.<br \/>\n\u201eKomm mal wieder runter. Nein, ich war weggetreten. Jetzt hilf mir hoch.\u201c<br \/>\nLangsam richtete Morpheus sich auf. Er wankte kurz, sch\u00fcttelte dann leicht den Kopf und fand sein Gleichgewicht wieder.<br \/>\n\u201eWas meinst du, was das f\u00fcr &#8217;ne Art von Geist ist?\u201c Er sah sich in dem engen Raum um.<br \/>\nAn den W\u00e4nden waren nun deutlich kleine Rinnsale zu erkennen, die sich schnell auf dem Boden sammelten und sich im ganzen Raum ausbreiteten.<br \/>\n\u201eHat der etwa die Ventile aufgedreht?!\u201c In seiner Stimme war nun deutlich die Furcht zu h\u00f6ren, die er sonst immer so gut zu verstecken wusste. Jack nickte.<br \/>\n\u201eScheint wohl, als h\u00e4tten wir einen Poltergeist auf den Fersen. In den G\u00e4ngen hat er uns ja mit B\u00fcchern beworfen.\u201c<br \/>\n\u201eAber die Ventile bestehen aus altem Neodym, Jack!\u201c<br \/>\n\u201eNeo-was?\u201c Der Boden war nun komplett mit Wasser bedeckt.<br \/>\n\u201eMetall! Die Ventile sind aus Metall! Der Geist d\u00fcrfte sie erst gar nicht anfassen k\u00f6nnen!\u201c<br \/>\n\u201eDu meinst also, dass es nicht der Geist war?\u201c<br \/>\n\u201eDas ist zu vermuten. Oder&#8230;\u201c Er r\u00fcckte seine zersplitterte Brille zurecht. \u201eOder wir haben es mit einem verdammt starken Geist zu tun.\u201c<br \/>\nEtwas quietschte. Dann ein Rauschen. Aus den eben noch kleinen Rinnsalen wurden nun str\u00f6mende B\u00e4che.<br \/>\n\u201eSchei\u00dfe! Wir m\u00fcssen hier weg! Grace!\u201c<br \/>\nAber Grace war nicht mehr da. Sie stand schwankend vor der schweren Holzt\u00fcr, die Hand auf die Klinke gelegt.<br \/>\n\u201eGrace! Nicht!\u201c<br \/>\nAber da war es schon zu sp\u00e4t und das Unheil nahm seinen Lauf &#8230;<\/p>\n<p><em>Karlinka Schwarzw\u00e4lder, 10bR<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das feuchte Grab Der Auftrag im Rahmen des Deutschunterrichts in Jahrgang 10 war: Suche dir im Duden einen Begriff aus und schreibe ihn auf. 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